Bula - Fiji 2019


Bula (= Fiji – Gruss) – aus Nadi!















Nach dem Aufenthalt in Sydney bin ich auf die Fiji – Islands geflogen um meinen Freund Peter Weselmann zu besuchen. Mittlerweile 75 hat er sich als Australier in Fiji niedergelassen, weil das Leben in Australien fuer einen Rentner einfach zu teuer ist. Er ist zum vierten Mal verheiratet, hat sich bei Nadi ein Haus gekauft und hergerichtet. Seine Frau ist 35 Jahre juenger(!!!) deren Sohn Kaliq ist 15 Jahre alt und wohnt mit im Haus. Alles sehr praktisch fuer mich, denn wann komm ich schon mal auf die Fidschis und kann umsonst uebernachten und lebe wie ein „local“. Die Einheimischen (nein sie fressen keine Menschen mehr!!) sind entweder Hindi oder Fidschianer. Von der Statur her teilweise riesige Frauen und Maenner, aber durch die sehr zucker- und staerkehaltige Ernaehrung oft sehr kraeftig gebaut. Wie Maoris fast ein bisschen. Mit ihrer Figur sind sie natuerlich praedestiniert fuer Rugby, worin sie ja 2016 die Goldmedaille bei Olympia (die erste olympische Medaille ueberhaupt fuer die Fiji!) gewonnen haben und darauf immer noch sehr stolz sind.
Als ich ankam hat es mich aber erst einmal umgehauen. Das Klima war eine grosse Umstellung fuer mich im Vergleich zu Australien.  Ich mag es ja warm und auch heiss ertrage ich ganz gut. Aber dieses schwuele Wetter in Fiji hat mir schon die ersten Tage zu schaffen gemacht. Immer ca. 32 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit. Man schwitzt eigentlich den ganzen Tag, das Schlafen war die ersten Naechte kaum moeglich, weil man klatschnass im Bett liegt. Manchmal wuenscht man sich doch sogar eine kalte Brise aus Adelaide oder Melbourne.
Leider hatte Peter vor 6 Wochen einen Autounfall, so dass wir die ersten Tage mit dem Bus alles abgefahren sind. Ich muss schon sagen, fuer so eine kleine Insel irgendwo in der Suedsee , funktioniert das Bussystem sehr gut. Es gibt zwar keinen Fahrplan oder so, aber alle paar Minuten kommt so ein alter Dieselkarren (der bei uns sicher nicht mehr wg den Abgasen fahren duerfte)vorbei, man haelt den Daumen raus und bezahlt mit einer aufladbaren Karte (keine Cashzahlung moeglich). Das habe ich aber immer Peter ueberlassen, der wusste auch wo wir aussteigen mussten oder wo wir umsteigen wollten. Lustig wie sehr wir uns in Deutschland Gedanken machen wegen Dieselfahrzeugen etc. Hier faehrt alles mit schwarzrauchenden Auspuffen rum und der Muell wird im Garten privat verbrannt. Nix Muellabfuhr oder Umweltschutzplakette am Auto. Allerdings muss ich sagen, dass Fidschi sehr sauber und gepflegt ist. Nicht dass der Eindruck entsteht, hier zaehlt der Umweltgedanke nicht, es fahren auch genuegend Toyota mit Hybrid – Motoren herum und Plastiktueten kosten Geld.
Zurueck zum Urlaub!
Wie gesagt – wir erledigten bis Freitag alles mit dem Bus. So hat Peter natuerlich auch alle Besorgungen mit dem Bus machen muessen. Ich war auf den Maerkten fuer Obst, Fleisch und Gemuese und im Supermarkt dabei. Es gibt eigentlich alles was das Herz begehrt. Leider sind viele Dinge aber wahnsinnig ueberteuert. Das wissen aber die meisten Touris nicht und zahlen dann eben 3-mal so viel wie ein Einheimischer. Macht man „normalen“ Touri-Urlaub auf Fiji, bucht man einen teuren Flug, schlaeft in irgendeinem Resort auf einer der kleinen Inseln und macht Inselhopping. Das war aber nicht so mein Ding, weil mir diese Abzocke auf die Nerven geht. Ich moechte schon wie ein Einheimischer leben und das mitbekommen, was im Alltag los ist. Deswegen hab ich mir aber von Peter auch die kleinen aber feinen Insidertipps geben lassen und habe das gemacht. Ab Samstag hatten wir auch endlich unser Auto wiederund Peter hat mich ueberall hingefahren wohin ich wollte oder er meinte, dass es gut waere. Zb. waren wir einmal im Luxushafen Denerau wo die teuren Hotels mit Golfplaetzen zu finden sind, wo es sogar Weizen aus Augsburg zum Trinken gibt (ca. 5 Euro die Flasche im Supermarkt!). Denerau wirkt wie eine vorgelagerte kuenstliche Insel, auf der nur die Superreichen wohnen und diesen Bereich auch nicht verlassen. Somit sehen sie eigentlich gar nix von Fidschi. Einen Daytrip zu einer anderen, kleinen Insel habe ich alleine gemacht, weil Peter da schon mal war. Savala war wunderschoen, so wie man sich die Suedseen vorstellt. Kleine Sandinsel, mit Kokosnusspalmen, Liegestuehlen, einem Gebaeude wo man Essen konnte und einer Toilette. Um das Inselchen war man in 10 Minuten rumgelaufen. Bei der Tour war alles inclusive, ich konnte schnorcheln gehen, Stand-up Paddeln, Kajakfahren, Sharks – fuettern, Unterwasserwelt mit einem Glasboot beobachten oder einfach nur in der Sonne liegen. Essen und Trinken war auch dabei.
Bei anderen Inseltouren muss man auf Fidschi mittlerweile all diese Dingen extra bezahlen, weil da oft ein grosses Resort  draufsteht und die Tagesausfluegler ihr Essen und Trinken dort kaufen muessen. Das ist vielen Urlaubern so gegangen und die waren ueber die hohen Preise schockiert.  
Ich war ca. 6 Stunden auf der Mini-Insel irgendwo in der Suedsee, die Guides haben gekocht und Musik gemacht, sind mit uns geschnorchelt und habe die Mini-Haie gefuettert. Perfekter Tag!
In der Zeit in der wir mit dem Bus gefahren sind, war es jedes Mal ein Highlight mit welcher Gelassenheit die Fijianer den Verkehr nehmen. Sie fahren zwar wie die Henker (kaum ein Touri mietet sich ein Auto, weil es zu gefaehrlich ist), aber jeder kommt irgendwie zu seinem Ziel. Peter hat zwar viel geflucht, wenn sie wieder an den unmoeglichsten Stellen ueberholt haben oder die Verkehrszeichen nicht eingehalten haben, ich hab bloss immer geschmunzelt. Ein Chaos!! Und in den Bussen droehnt irgendeine Mischung aus Hindie-Reggae-Techno Musik, dass dein eigenes Wort nicht mehr verstehst. Peter hat mir ausserdem noch Lautoka und die Smugglers Cove gezeigt. Bei Smugglers kann man wunderbar am Strand sitzen und ein Bierchen (oder mehr) zischen, solange es nicht schuettet wie aus Eimern. Das war ganz untypisch fuer meinen Gedanken an Suedsee. Ich hatte die ersten 3-4 Tage teilweise so ein Unwetter, dass ich manchmal dachte, hoffentlich haelt das das Dach aus!
Morgens hatte es noch blauen Suedseehimmel, aber bestimmt schon ueber 30 Grad, dann hat man langsam  gemerkt wie es schwueler wurde und die Wolken aufzogen. Spaetestens ab 4 Uhr nachmittags hat es dann zu schuetten begonnen. Aber nicht nur ein bisschen Gewitter, sondern teilweise kam 10 Stunden Wasser runter, da meinte man, jemand schuettet eine Badewanne ueber dir aus. Einmal sassen wir bei Smugglers und das Unwetter zog auf, so dass wir schnell heimfuhren. Die Strassen ueberflutet, kaum was gesehen wegen der Gischt und Schlagloecher ohne Ende. Da denkst dir schon, hoffentlich geht das gut! Naja aber solange der Biervorrat reicht, kann man das aushalten. Peter hat immer hervorragend gekocht, es gab z.B. Schmorbraten oder Rouladen – wie daheim. Fuer mich war es sehr erholsam, weil ich 10 Tage einmal an einem Ort sein konnte, einfach mal ein Buch lesen konnte oder auch mal nichts machen musste.
Ich war natuerlich auch dabei, wenn er irgendwo was besorgen musste oder einkaufen gefahren ist. Oder er sein Auto wieder zum Machen bringen musste, weil die Bremsdichtungen kaputt waren und wir staendig gerutscht sind, wenn er gebremst hat. Aber es ist Gott sei Dank immer alles gut gegangen. Wir sind auch nur mal in die Stadt gefahren, wenn wir einen Kaffee trinken wollten oder ich Souveniers fuer zuhause gebraucht habe. Dann haben wir da wieder etwas bei den Einheimischen gegessen, dann hier wieder bei dem Metzger gekochten Schinken (wie daheim) geholt, beim anderen Parmaschinken oder Rindfleisch fuer die Rouladen geholt. Du musst halt nur wissen wo es was zu einem vernuenftigen Preis gibt – sonst zahlst dich zu Tode! Wenn ich alleine hier Urlaub gemacht haette, waere ich wahrscheinlich zu McDonalds oder Burgerking, weil ich nie diese kleinen Laeden gefunden haette, die Peter kennt. (natuerlich auch wo es das guenstigste Bier gibt) J Insgesamt war es ein tolles Erlebnis hier auf den Fidschi, v.a. weil es nicht der typische Traumschiffurlaub war.

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